Mit einem stark dezimierten Kader reiste die HSG Isar-Loisach am Samstagabend zum Tabellenführer TSV Partenkirchen. Beim Auswärtsspiel in der Bezirksliga Frauen Staffel Ost erkämpften sich die Isar-Loisacherinnen ein viel umjubeltes 22:22 (13:13) – ein Punktgewinn, mit dem im Vorfeld kaum jemand gerechnet hatte.
Eine Krankheitswelle hatte die HSG personell stark getroffen. Lediglich eine Auswechselspielerin stand zur Verfügung: Felicitas Hörl – etatmäßige Torhüterin – stellte sich in den Dienst der Mannschaft, lief auf dem Feld auf und trug sich mit einem wichtigen Treffer sogar in die Torschützenliste ein. Diese geschlossene Mannschaftsleistung war die Grundlage für den späteren Erfolg.
Der Gastgeber aus Partenkirchen war bis dato das Maß aller Dinge in der Liga, hatte nahezu alle Spiele souverän gewonnen und lediglich gegen Verfolger Herrsching Punkte abgegeben. Entsprechend klar waren die Rollen verteilt.
Interimscoachin Loredana setzte in enger Abstimmung mit Trainer Martin Jansen auf eine klare taktische Marschroute: lange, kontrollierte Angriffe, um das gefürchtete Tempospiel des Spitzenreiters zu unterbinden, sowie eine kompakte und konsequente Abwehrarbeit. Der Plan ging auf.
Nach ausgeglichenem Beginn entwickelte sich ein intensives Spiel auf Augenhöhe. Bereits zur Halbzeit stand es 13:13. Auch im zweiten Durchgang gelang es keiner Mannschaft, sich entscheidend abzusetzen. Die HSG blieb diszipliniert, spielte ihre Angriffe geduldig aus und zwang Partenkirchen immer wieder ins Positionsspiel.
In der Schlussphase schien sogar die Überraschung möglich. Beim Stand von 21:22 ging die HSG in Führung, ehe Partenkirchen in der 59. Minute zum 22:22 ausgleichen konnte. In den verbleibenden Sekunden verteidigten die Gäste konzentriert und sicherten sich verdient den Punkt.
Offensiv ragte Hannah Werner mit 12 Treffern – darunter vier sicher verwandelte Siebenmeter – heraus. Immer wieder übernahm sie Verantwortung in entscheidenden Situationen. Im Rückraum lenkte Pirkko Schmid klug das Spiel und organisierte den Angriff strukturiert. Auch defensiv überzeugte die HSG auf ganzer Linie. Die Abwehr arbeitete geschlossen, dahinter zeigte Torhüterin Christine Reusch eine starke Leistung und gab ihrer Mannschaft den nötigen Rückhalt.
Zwar wäre mit etwas Glück sogar ein Auswärtssieg möglich gewesen, doch angesichts der personellen Situation und der Dominanz des Gegners fühlte sich das Unentschieden wie ein Erfolg an. Der Punktgewinn wurde entsprechend gefeiert – als Beweis für Teamgeist, Disziplin und taktische Reife.
Es spielten:
Christine Reusch (Tor), Lisa Günther (2), Yvonne Goß (4), Hannah Werner (12/4), Angelina Burger (1), Pirkko Schmid (1), Anja Gromen (1), Felicitas Hörl (1).