Wie bei allen Seniorenmannschaften an diesem Wochenende reiste auch die Erste mit einem kleinen Kader an, während die Gastgeber eine deutlich breitere Bank aufbieten konnten. Doch die HSG ließ sich davon nicht beeindrucken und lieferte den zahlreichen Zuschauern ein packendes, emotionales und hochklassiges Handballspiel.
Von Beginn an entwickelte sich ein echtes Nervenspiel, das über die gesamte Partie hinweg eng blieb. Beide Mannschaften fighteten leidenschaftlich, jede Aktion wurde lautstark von den Tribünen begleitet. Die HSG zeigte immer wieder starken Offensivdruck, angeführt von Spielmacher Lukas Neumüller, der trotz intensiver Bewachung fünf Treffer erzielte und das Angriffsspiel klug strukturierte.
Die Schlussphase jedoch toppte alles, was zuvor auf dem Feld passiert war. Beim Stand von 24:25 aus Sicht der Gastgeber erhielt Neumüller in der 54. Minute eine 2-Minuten-Strafe – ein schwerer Rückschlag in der Crunchtime. Kaufbeuren nutzte die Überzahl sofort und drehte das Spiel wieder zu seinen Gunsten (26:25). Doch kaum war die HSG wieder komplett, folgte die nächste Unterzahl: Christian Schäfer kassierte kurz darauf die nächste Hinausstellung, und der fällige Siebenmeter wurde sicher verwandelt (27:25). Trainer Marco Cramer reagierte sofort und zog die Auszeit, um sein Team für die heiße Schlussphase neu zu ordnen.
Doch es kam noch dicker: In der 57. Minute musste auch Tim Krautinger für zwei Minuten vom Feld. Kaufbeuren erhöhte in doppelter Überzahl auf 28:25 – die Halle tobte, das Spiel schien entschieden. Doch die HSG zeigte eine bemerkenswerte Moral und weigerte sich aufzugeben. Mit den letzten Kräften und getragen vom eigenen Willen zum Comeback kämpften sich die Isar-Loisacher wieder heran. Marco Reimann traf, Christian Schäfer legte nach, und acht Sekunden vor Schluss erzielte Moritz Herrmann mit einem nervenstarken Buzzer Beater das 28:28.
Spielmacher Lukas Neumüller brachte die Emotionen nach Schlusspfiff auf den Punkt:
„wir haben in den letzten Minuten ganz viel Moral gezeigt und kurz vor Schluss in Unterzahl drei Tore Rückstand aufgeholt und in eine Punktgewinn umgemünzt. Das war ganz Stark“
Auch Kreisspieler Martin Jansen zeigte sich stolz auf den Auftritt der Mannschaft:
„Thriller in Kaufbeuren. Nach großen Fight beider Mannschaften verdient einen Punkt “gewonnen”.“
So sicherte sich die HSG in einem dramatischen Auswärtsspiel nicht nur einen Punkt, sondern auch jede Menge Respekt für eine leidenschaftliche und clevere Schlussphase. Ein Punkt, der sich angesichts des Spielverlaufs wie ein Sieg anfühlt.
Es spielten:
Felix Winkelmeier (Tor), Christian Schäfer (7), Kilian Kucka (1), Konstantin Seemann (5/3), Marco Reimann (3), Lorenz Kucka (1), Tim Krautinger (3), Moritz Herrmann (2), Lukas Neumüller (5), Martin Jansen (1)